Das Ideal einer Volksschule, in der alle Kinder und Jugendlichen in Regelklassen Platz finden, gefördert nach ihren je eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten, ist ein schönes Ideal. Doch ähnlich wie beim Ideal, schlank und fit durchs Leben zu gehen, stellt sich auch hier die Frage:
Welchen Preis sind wir bereit, dafür zu bezahlen? Heute ist die Realität an unseren Schulen voller Baustellen und ungelöster Probleme. Schauen wir uns ein paar von ihnen an:
Rahmenbedingungen • Die Anzahl der verfügbaren IF-Stunden liegt weit unter dem reellen Bedarf. • Qualifizierte IF-Lehrpersonen fehlen. • Das Raumangebot genügt nicht. • Geeignete Lehrmittel: verzweifelt gesucht. • Stärkere Entlastung für Klassenlehrpersonen: vielleicht in Zukunft. • Klassenbestände? Noch immer zu hoch!
Unterricht und Erziehung • Die Aufnahme verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher belastet Klassen oft schwer: Lernen unmöglich. • Integrative Förderung mit ihren vielen Wechseln verursacht zusätzliche Unruhe. Konzentration für viele Kinder sehr schwierig. • Durch viele Beteiligte sind Stundenplan und Unterricht deutlich komplizierter und starrer geworden.
Lehrpersonen • Sie zahlen einen hohen Preis: man erteilt ihnen einen Auftrag, welcher unter den realen Bedingungen (fast) nicht zu erfüllen ist! „Wenn ich könnte, würde ich gehen!“ sagen mir viele Kolleginnen und Kollegen. Hat das Zukunft? • Junglehrpersonen: Sie treten ihre Stellen an und sind überwältigt davon, was sie alles können müssten. Zwar haben sie kiloweise Arbeiten geschrieben (die oft niemand gelesen hat) und jahrelang studiert - leider höchst selten das, was sie wirklich bräuchten. So werden viele verheizt. Können wir uns das leisten? • Der Leistungsspagat innerhalb einzelner Klassen droht so gross zu werden, dass er fast nicht mehr „handelbar“ ist. • Auch der deutlich gestiegene Aufwand an Sitzungen, Administration und Koordination hat seinen Preis. Er geht meist zu Lasten der Vor- und Nachbereitung von Unterricht. • Integration ist ein Versprechen an die Eltern. Zusätzlicher Druck, den dieLehrpersonen auszuhalten haben! Kurz gesagt: Integration ist ein schönes Ziel - aber sein Erreichen verlangt viel mehr, als die meisten sich vorstellen konnten! Mehr Geld wird jedoch absehbar nicht fliessen. Wenn wir Integration also grundsätzlich beibehalten wollen:
Wer hat den Mut, Grenzen der Integration aufzuzeigen?
Ende August 2009 Jules Fickler, Präsident ZKM
Fragen zur Diskussion: Worauf ist zu achten, damit die Integration erfolgreich verläuft: 1. Pädagogische Konzepte, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer (R. Largo) 2. Systemische Rahmenbedingungen wie Klassengrösse oder Anzahl Lehrer und Fachleute, die eine Klasse unterrichten (R. Largo) 3. Öffentlichkeitsarbeit wie Elternabende und Medienorientierungen (R. Largo) 4. Wann erachten Sie Integration als nicht möglich? (J. Fickler)
Die aktuelle Integration ist von einer sehr einseitigen Ideologie geprägt. Eine schöne Vorstellung, eine Schule für alle!!! Leider entspricht sie nicht der Realität! Jedes Kind ist anders, schon deshalb muss eine Integration von Fall zu Fall individuell geprüft werden. Es gibt Kinder, für diese ist eine Integration möglich, andere leiden in einer grossen Schulklasse und einem hektischen Schulbetrieb. Hier muss man auch den Mut haben, von einem "Wunschbild" Abschied zu nehmen. Die Anzahl Kinder mit Integrationsbedarf und Anzahl IF und weiter Unterstützungspersonen pro Klasse muss auf jeden Fall begrenzt werden. Jedes Kind bringt nämlich noch seine "eigene" schulische Heilpädagogin mit, dazu die IF Lehrperson, die Fachlehrpersonen, Daz und dazwischen die Klassenlehrperson die alles organisieren, austauschen und besprechen und dazu die Fördeziele für den individualisierten Unterricht planen und durchführen soll.....Dass sind Ansprüche die nicht mehr zu erfüllen sind!!
Zu den Rahmenbedingungen noch ein Gedanke: Kinder mit Integrationsbedarf und IF Kinder sind in der Regel auf ein ruhiges, geordnetes, übersichtliches Umfeld und Unterricht angewiesen, wenige (1-2) Bezugspersonen, gleichbleibende und verlässliche Tagesabläufe, eher kleine Klassenverbände die es ihnen ermöglichen soziale Kontakte aufzubauen, Räume die den Anforderungen für Teamteaching genügen und und... J.F erwähnt es in seinem Beitrag.
Kann das im aktuellen Schulumfeld wirklich realisiert werden? Wenn Integration gelingen soll, so wie das im neuen Volksschul-Gesetz "verordnet" wird, dann braucht es in allen Bereichen viel mehr Ressourcen. Die Frage ist nur, wo diese Ressourcen sind? Und zu guter Letzt frage ich mich manchmal, ob sich die Kinder mit Integrationsbedarf an unseren Schulen wirklich wohl fühlen. Wie fühlen sie sich, wenn sie tagtäglich erleben, dass alle anderen viele Dinge besser können? Dass für sie eine extra Lehrperson kommt? Ist das motivierend? Ich habe schon grösseren Jugendlichen diese Fragen gestellt. Ihre Antworten haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Antwort von einem Jugendlichem, der eine Heilpädagogische Schule besuchte: Manchmal habe ich mir gewünscht in die normale Schule zu gehen. Aber ich weiss, dass ich viele Dinge nicht so kann wie die anderen Kinder. In meiner Schule da gab es viele Fächer, da war ich gut. In der Heilpädagogische Schule waren alle gleich, jeder ein bisschen besonders und niemand ist aufgefallen. Wenn ich heute in die "Normale Schule" gehe, sehen alle, dass ich etwas anders bin und ich spüre was ich nicht kann, das macht mich immer traurig.
Die Integration, wie sie heute veranstaltet wird, scheint mir zu stark ideologisch geprägt und deshalb geht ihr die Logik ab. Noch niemand hat sich darüber geäussert, wie lange die Integration denn dauern soll. Wenn alle Kinder während der ganzen Dauer der Volksschule integriert in dieselben Klassen gehen, frage ich mich allen Ernstes, weshalb nach der sechsten Klasse ein Teil ins Langzeitgymnasium desintegriert werden soll. Weshalb teilt man die Jugendlichen exakt nach 9 Schuljahren auf in EBA- und EFZ-Berufe sowie in diverse weiterführende Schulen und Gymnasien?
Grundsätzlich kann man die Idee einer Integration durchaus aufnehmen. Aber sie darf nicht kritiklos und um jeden Preis durchgewürgt werden. So wie sie heute umgesetzt wird, überfordert sie Schulorganisation, Lehrpersonen, Kinder und nicht zuletzt auch die finanziellen Möglichkeiten des Staates.
J. Fickler fragt deshalb zu Recht nach dem Mut, ganz offen und ehrlich Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen. Der Ball liegt nun bei Lehrerschaft und Eltern. Ich bin gespannt, wie sie ihn spielen werden.
Das Vertrösten auf bessere Rahmenbedingungen im Jahr 2012 oder noch später nützt uns Klassenlehrpersonen wenig. Die verhaltensauffälligen Schüler sind jetzt in unseren Klassenzimmern und brauchen einen Grossteil unserer Arbeitszeit. Dies merken die übrigen Schülerinnen und Schüler nur allzu gut. Es passt ihnen gar nicht, dass da zwei oder drei integrierte Schüler mit wenig angepassten Verhaltensformen den Unterricht dauernd stören. Sie stellen fest, dass der Klassenlehrer mit disziplinarischen Aufgaben und vielen klärenden Gesprächen dauernd auf Trab gehalten wird.
Die Heilpädagogen fehlen an allen Ecken und Enden und die Zuteilung von zwei oder drei Lektionen pro Sonderklässler ist nur ein Tropfen auf einen heissen Stein. Auch die aktuellen Lehrpläne mit ihren unflexiblen Konzepten sind geradezu integrationsfeindlich. Statt sich auf Wesentliches konzentrieren zu können, müssen die Heilpädagogen überall schulische Lücken schliessen.
Am tollsten geht es in den Fremdsprachen zu und her. Da werden manche Jugendliche gezwungen, etwas zu lernen, für das sie sich einfach nicht erwärmen können. Kaum jemandem kommt es in den Sinn, das Drehen im Kreis der ewig gleichen Vokabeln endlich abzubrechen und einen wirklich individualisierenden Lehrplan ohne Fremdsprachen in die Tat umzusetzen. Leider ist zu befürchten, dass irgendein moderner Sprachdidaktiker dem Lehrer vorwerfen wird, dass er nur noch nicht begriffen hat, mit welcher Leichtigkeit auch Schüler mit schwerer Zunge eine Sprache lernen können. Und wenn das den Lehrer nicht zur Umkehr auf den Pfad der Tugend bringt, holt man das schwerste Geschütz hervor: Der Wink mit der Chancengleichheit.
Was machen wir nur alles verkehrt im Namen dieser Chancengleichheit! Statt wirklich auf die Bedürfnisse junger Menschen einzugehen und in erster Linie ihre Stärken zu fördern, veranstalten wir ein Flickwerk in vielen Unterrichtsbereichen.
Solange für die Integration nicht bessere Rahmenbedingungen vorhanden sind, ist die ganze Übung klar zu begrenzen. Der grobe Richtwert, dass ein stark verhaltensauffälliger Schüler rund das Drei- bis Vierfache an Zuwendung braucht, wenn die Integration gelingen soll, ist bei der Festlegung der Klassengrösse anzuwenden. Es gilt abzuklären, was für die betroffenen Lehrkräfte und die Klassen zumutbar ist. An manchen grösseren Schulen wird man nicht auf Sonderklassen verzichten können, sonst droht das disziplinarische Umkippen ganzer Regelklassen.
Der innere Rückzug vieler Oberstufenlehrkräfte aus dem dynamischen Schulgeschehen ist ein deutliches Alarmzeichen. Auch die Tatsache, dass jüngere Lehrkräfte oft nur noch Teilpensen unterrichten und die Schule schon nach wenigen Jahren wieder verlassen, muss zu denken geben. Unsere Volksschule kann es sich nicht länger leisten, den Beruf der Klassenlehrkraft mit halbfertigen Reformen zu belasten. Wer will die Verantwortung für eine Klasse übernehmen, wenn die Rahmenbedingungen einfach nicht mehr stimmen? Schade, denn der Lehrerberuf ist unter besseren Voraussetzungen eine erfüllende Aufgabe und eine attraktive Herausforderung für junge Menschen.
Weshalb nehmen Lehrerinnen und Lehrer nicht deutlicher Stellung, wenn die Integration Verhaltensauffälliger ihnen den Schlaf raubt? Antworten: Eine engagierte Lehrkraft weiss sich immer zu helfen und sucht lieber allfällige Fehler bei sich selber. Vielleicht ist Klartext ja auch nicht gerade förderlich für eine gute Ausgangslage bei der lohnwirksamen Mitarbeiterbeurteilung.
Weshalb schweigen so viele Schulleiterinnen und Schulleiter, obwohl sie merken, dass integrierte Schüler in einigen Klassen die Lehrkräfte fast vollständig in Beschlag nehmen? Antworten: Schulleitungen haben die neuen Ideen auch gegen innere Zweifel souverän umzusetzen. Die Erziehungswissenschaften haben ja überzeugend dargelegt, was pädagogisch richtig ist. Die Rahmenbedingungen werden sicher bald besser.
Weshalb wird auf Behördenseite oft lange zugewartet, bis wirkungsvolle Massnahmen zugunsten der Lehrkräfte und lernwilligen Schülerinnen und Schüler ergriffen werden? Antworten: In Reformphasen kann nicht immer alles gut laufen. Wir haben einfach ungünstige Konstellationen in verschiedenen Klassen. Das ändert sich, wenn die Integration von unten her erfolgt ist.
Weshalb wird bei den politischen Behörden nicht in aller Offenheit die Frage aufgeworfen, ob die totale Integration von Verhaltensauffälligen unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen überhaupt gelingen kann? Antworten: Kaum ein Schulpräsident kann es sich leisten, einen Reformschritt als Fehlschlag zu bezeichnen und wieder Sonderklassen bei Bedarf zuzulassen. Wer gegen den so genannten Fortschritt in der Pädagogik antritt, geht ein hohes politisches Risiko ein. Und wer will schon einen Schritt zurück machen, wenn bereits alle Sonderklassen aufgelöst wurden wie beispielsweise in der Stadt Zürich?
Weshalb fordern die Lehrerverbände nicht einen Stopp der ganzen Übung, solange nicht eine deutliche Besserung der Voraussetzungen in Sicht ist? Antworten: Einige Lehrerverbände halten lieber an unrealistischen Gelingensbedingungen fest, statt klipp und klar zu sagen, dass es so nicht mehr weitergeht. Man klammert sich an diffuse Hoffnungen und vergisst den Grundauftrag, die Politik unmissverständlich auf Missstände in unseren Schulen aufmerksam zu machen. Diese Freundlichkeit vieler Verbände hat ihren Preis: Sie werden in der Politik zu wenig ernst genommen.
Die Liste der Fragen und Antworten könnte fast beliebig verlängert werden. Ich nehme an, dass im Verlauf der Forumsdiskussion eine aussagekräftige Gesamtschau entstehen wird.
Dabei darf man es aber nicht bewenden lassen. Es irritiert mich schon, dass viele Kolleginnen und Kollegen die Faust im Sack machen und jammern, aber frustriert den Karren weiterziehen. Ein resignativer Ansatz ist kein guter Weg in der Pädagogik. Wir brauchen Lehrerinnen und Lehrer, die noch Luft haben, um Kinder in einer massvollen Lockerheit und mit positiver Einstellung unterrichten zu können.
Es ist kein Luxus, wenn wir uns überlegen, wozu eine Lehrkraft in erster Linie da ist. Eine ehrliche Analyse der Belastungssituation der Lehrkräfte der Volksschule könnte weiterhelfen. Dazu braucht es viel Mut von allen Beteiligten. Aber für eine gute Schule lohnt es sich, dieses Wagnis einzugehen.
Bewusstes, konsequentes Schwarzmalen kann unter Umständen auch eine konstruktive Wirkung haben ... Wenn wir uns klar darüber werden, was wir nicht wollen, hilft das uns letztlich vielleicht in unserem Bestreben, uns für das Wünschenswerte einzusetzen.
Horrorszenarien entstehen vor meinem geistigen Auge, wenn ich mir beispielsweise vorstelle, dass der Fall eintreten könnte, dass die KLP und die HP nicht miteinander kutschieren können, sich in allem uneinig, spinnefeind sind und sich am liebsten die Köpfe einschlagen würden, statt harmonisch im Teamteaching zu kooperieren...
...oder wenn ich mir ausmale, dass der nun individualisierte Unterricht in ein unüberblickbares Chaos ausartet,...
...dass die sogenannten normalbegabten Regelklassenkinder sich an den zu integrierenden Kindern mit speziellen Bedürfnissen orientieren, deren Verhaltensauffälligkeiten übernehmen, das Lernen verweigern und Mobbingwettkämpfe veranstalten...
Wer hat noch weitere Ideen?
Herkunft: AG
Die Abkürzungen: KLP = Klassenlehrperson HP = Heilpädagogin
Gast
21.09.2009 06:58
#7 Gute Bedingungen fordern hat nichts mit Jammern zu tun
Ich glaube nicht, dass die bisherigen Beiträge mit der Absicht geschrieben wurden, einfach schwarz zu malen. Wer selber als Klassenlehrkraft die erhebliche Belastung durch die Aufnahme von verhaltensauffälligen Jugendlichen in eine bereits sehr grosse Klasse erlebt hat, ist berechtigt, Klartext über ungenügende Rahmenbedingungen zu sprechen.
Ich habe volles Verständnis dafür, dass Klassenlehrpersonen, die unter unmöglichen Bedingungen Jugendliche integrieren mussten, nicht länger schweigen. Was nützt es uns, wenn diese Lehrkräfte einfach still weitermachen und dabei selber merken, dass Zeit und Kraft für die ganze Klasse immer mehr fehlen?
Ja, wenn wir eine gute Volksschule wollen, müssen wir klar formulieren, unter welchen Voraussetzungen wir die Integration durchführen wollen. Es geht ja nicht nur um die integrierten Jugendlichen, sondern auch um all die andern Schülerinnen und Schüler einer Klasse. Engagierte Lehrkräfte möchten Bildungssziele mit allen erreichen und nicht nur einigen wenigen fast ihre ganze pädagogische Energie und Geduld zukommen lassen.
Ich bin gespannt auf die weiteren Erfahrungsberichte. Dabei ist es sicher interessant zu wissen, wie die Rahmenbedingungen an den einzelnen Schulen wirklich aussehen und wie hoch die Belastungssituation subjektiv eingeschätzt wird. Also liebe Kolleginnen und Kollegen, berichtet, wie sich die Integration in eurer Klasse oder an eurer Schule auswirkt!
Offenbar hat man mich falsch verstanden. Sämtliche Beiträge, die ich hier bisher gelesen habe, nehme ich durchaus ernst. Es war nicht meine Absicht, irgendwen des "Schwarzmalens" zu bezichtigen.
Meine Aufforderung, sich Horrorszenarien auszudenken, war lediglich ein wohl etwas ungeschickter, provokativer Versuch, die Leute aus dem Busch zu locken.
Ich selbst bin ja auch nicht über alles erhaben. In meinem Schulalltag bin ich auch schon oft an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestossen. Und manchmal denke ich: Wenn das so weitergeht, dann fehlt nicht mehr viel und es kippt ins Unerträgliche. Die Arbeitsbedingungen sind gegenwärtig alles andere als gut. Ich unterrichte an einer Schule mit einem sehr hohen Ausländeranteil und wir haben bereits jetzt alle Hände voll zu tun. Wenn nun noch die IS ( so wie geplant) dazu kommt ohne zusätzliche Ressourcen, dann sehe ich manchmal auch wirklich schwarz.
Obwohl ich eigentlich eine Befürworterin von IS wäre!!!- Ich denke die bestehenden Modelle eignen sich einfach nicht für alle Schulen gleich gut.
Fast mein ganzes Leben war bisher darauf ausgerichtet, integrativ zu wirken ( und das ganz ohne IS! ) Sollte man nicht besser IS oder IHP vorläufig nur dort einführen, wo die Voraussetzungen stimmen und wo man folglich eine positive Prognose stellen kann, statt sich auf Experimente einzulassen?
Es gibt übrigens Studien, welche belegen, dass bei jenen Kindern, die von einer KK in eine Regelklasse mit IS umgeteilt wurden, die Schulleistungen gestiegen sind, dafür sind das Wohlbefinden und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gesunken.
Wollen wir das wirklich? Sind uns die Schulleistungen wichtiger als Wohlbefinden und Selbstwertgefühl? Was tun wir da diesen Kindern an?! Gibt es keine Alternativen? Reine Separation ist ja auch nicht das Wahre!... Aber vielleicht wäre eine Mischform möglich?
Nina aus dem Aargau
Abkürzungen: IS = Integrative Schulung IHP = Integrative Heilpädagogik KK = Kleinklasse