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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Blog: Thema "Integration"
Remo Largo Offline


Beiträge: 3


27.08.2009 00:23
Startbeitrag von Remo Largo: Wie Integration gelingen kann antworten

Wie Integration gelingen kann


Sollen teilleistungsschwache, behinderte und verhaltensauffällige Kinder eher in Sonderklassen separiert oder in Regelklassen integriert werden? Eine der großen pädagogischen Herausforderungen ist seit Jahrzehnten ein kindgerechter schulischer Umgang mit der Verschiedenheit der Kinder. Bis in die 1990er Jahre galt mehrheitlich die Doktrin der Separation, weil man dadurch einerseits die Regelklassen entlasten und anderseits eine bessere spezifische Schulung der Behinderten ermöglichen wollte. Auf dem Höhepunkt der Separation wurden im Kanton Zürich 6,2 Prozent der Schulkinder in Sonderklassen unterrichtet. Der Regelklasse waren nicht weniger als 5 Typen von Sonderklassen zur Seite gestellt.

1994 verabschiedete die UNO die «Erklärung von Salamanca», worin ein klares Bekenntnis zur schulischen Integration abgelegt wurde. Heute ist das Prinzip der Integration in der Fachwelt weitgehend unbestritten. In der Schweiz wird Integration zunehmend nicht nur in privaten, sondern auch in öffentlichen Schulen praktiziert, insbesondere in altersgemischten Klassen.

Eine grosse Befürchtung der Integrationsskeptiker ist ein Leistungsabfall bei den Kindern. Studien, auch schweizerische, zeigen: Integration muss sich nicht nachteilig auf die Leistungsfähigkeit der Kinder auswirken.
Damit die schulische Integration von ehemaligen Sonderschülern in die Regelklassen gelingen kann, müssen aber die folgenden drei Bedingungen erfüllt sein:
• Die Kinder sind sozial integriert, das heißt die anderen Kinder verhalten sich solidarisch zu ihnen.
• Sie sind schulisch integriert, werden also nicht aufgrund ihrer Leistungsdefizite ausgegrenzt und anders unterrichtet.
• Sie werden nicht überfordert, das heißt, die schulischen Anforderungen sind ihrem Leistungsvermögen angepasst.

Eine Einschränkung bleibt bestehen: Die obigen Bedingungen können auch unter besten Voraussetzungen bei einer kleinen Anzahl von behinderten Kindern nicht erfüllt werden. Integration kann sich daher auf diese Kinder nachteilig auswirken. Sie haben Anrecht auf eine Sonderschulung.

Schulische Integration ist dann erfolgreich, wenn
• die pädagogischen Voraussetzungen wie Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer erfüllt und ihre Arbeitsbedingungen gut sind.
• die systemischen Rahmenbedingungen wie Klassengrösse, Anzahl Lehrer und Fachleute und räumliche Gegebenheiten gegeben sind.
• die Öffentlichkeit miteinbezogen wird, das heisst, die Bevölkerung ausreichend über Sinn und Umsetzung der Integration informiert ist und sie mitträgt.

Fragen zur Diskussion:
Worauf ist zu achten, damit die Integration erfolgreich verläuft:
1. Pädagogische Konzepte, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer.
2. Systemische Rahmenbedingungen wie Klassengrösse oder Anzahl Lehrer und Fachleute, die eine Klasse unterrichten.
3. Öffentlichkeitsarbeit wie Elternabende und Medienorientierungen.

Remo Largo

______________________________________________________________________________________

Verzicht von Remo Largo auf eine Weiterführung seiner Zusammenarbeit

Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass das Forum nicht dazu dient, eine Erneuerung der Schule mit Wohlwollen zu unterstützen, sondern eine solche zu blockieren und zu verhindern.

Diejenigen, die eine Erneuerung wollen, suchen neue Wege. Diejenige, die sie nicht wollen, suchen Gründe dagegen und Ausflüchte. Dazu will ich keinen Beitrag leisten und verabschiede mich ab sofort aus dem Forum.

Remo Largo

_______________________________________________________________________________

Herr Largo hat uns gebeten, seinen Verzicht auf weitere Zusammenarbeit im Forum zu publizieren.
Wir bedauern seinen Entscheid ausserordentlich.

der Administrator
_______________________________________________________________________________

Das Moderatorenteam dankt Herrn Remo Largo für die bisherige wertvolle Zusammenarbeit im angehängten Papier.

Dateianlage:
beilage 15_newsletter_brf_largo.pdf
SEKteacher

01.09.2009 11:29
#2 Gelingensbedingungen antworten


Herr Largo hat drei Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration genannt:
1. Aus- und Weiterbildung
2. die Rahmenbedingungen
3. Information.

Alle drei sind nicht erfüllt. Die Information deshalb nicht, weil sie unsachlich und schönfärberisch ist und Hoffnungen weckt, die im Moment nicht erfüllt werden können. Es wird wie schon bald üblich eine Neuerung eingeführt, die gegen aussen zeitgemäss ankommt, aber miserabel vorbereitet ist.

Es fehlt an fast allem, nicht zuletzt an ausgebildeten Heilpädagogen/innen. Wenn Lehrpersonen in der Praxis richtigerweise Kritik üben, laufen sie Gefahr als Versager abgestempelt zu werden. Deshalb wird Kritik bis jetzt nur hinter vorgehaltener Hand angebracht. Ich bin deshalb froh, dass Herr Largo klipp und klar seine Voraussetzungen auf den Tisch gelegt hat.

Fazit: Integration mit Augenmass ist zu bedenken, aber die überstürzte Einführung kommt zu früh und schadet der Idee.
Herkunft: ZH

SekMiraculix Offline

*
Beiträge: 16

03.09.2009 23:26
#3 Gestaltungsfreiheit als Voraussetzung erfolgreicher Integration antworten


Antwort an Remo Largo

Lieber Herr Largo

Sie zählen mit grosser Klarheit auf, was es alles braucht, damit die schulische Integration gelingt. Doch die Schulrealität ist leider noch weit entfernt vom Idealmodell der erfolgreichen Integration.

Wenn sich bereits zwanzig Schülerinnen und Schüler in einer Oberstufenklasse befinden und dann noch drei oder vier ehemalige Sonderklässler dazukommen, wird die Belastung für die Klassenlehrkraft einfach zu gross. Die Schulischen Heilpädagogen haben meist alle Hände voll zu tun, um im Fremdsprachenunterricht und andern anspruchsvollen Bereichen die Fachlehrkräfte zu entlasten. Diese sind oft auf sofortige Unterstützung angewiesen, damit nicht allzu grosse disziplinarische Schwierigkeiten entstehen. Dadurch ist das bescheidene Kontingent der Förderlektionen im Rahmen der Regelklassen meist schon aufgebraucht.

Hinzu kommt, dass ein wenig ressourcenorienter Lehrplan den meisten Sonderklässlern überhaupt nicht gerecht wird. Statt mit einer flexiblen Lektionentafel auf die speziellen Lernbedürfnisse mancher Jugendlicher einzugehen und spätestens ab dem siebten Schuljahr gewisse Wahl- und Abwahlmöglichkeiten bei gewissen Fächern zuzulassen, herrscht immer noch die Idee vor, alle müssten alles kennen lernen. Auf diese Weise wird die Abwahl eines völlig ungeliebten Faches zum Sonderfall, der nicht so recht ins System passen will. Begründet wird diese restriktive Praxis mit der eigenartigen Vorstellung von mehr Chancengleichheit.

Diese konzeptionelle Zwangsjacke hat an unserer Volksschule bereits grossen Schaden angerichtet. Ich arbeite gerne mit verhaltensauffälligen Knaben, aber es wäre mir nie in den Sinn gekommen, sie mit noch so tollen didaktischen Kunststücken in zwei Fremdsprachen zu plagen, wenn die innere Bereitschaft dazu einfach nicht vorhanden ist. Aber genau dieses unpädagogische Durchdrücken von fragwürdigen Lerninhalten müssten wir an unseren Schulen gemäss Lehrplan eigentlich tun.

Damit die Integration gelingt, ist einiges an Ballast an unseren Schulen wegzuräumen. Es geht nicht darum, von verhaltensauffälligen Knaben weniger Leistung zu erwarten. Nein, wir müssen genau hinschauen und hinhören, wo ihre tieferen Interessen liegen. Und da habe ich eigentlich bei allen die Erfahrung gemacht, dass ein lebensnaher Realienunterricht auch widerspenstige Jugendliche voll anspricht. Wenn es gelingt ein Stück Welt, ein wenig Abenteuer aus Geschichte, Technik oder Biologie ins Schulzimmer zu holen, kommen sie geistig in Fahrt. Auf einmal wollen sie sich ausdrücken, sie sind bereit, ihren Wortschatz zu erweitern und sich mitzuteilen. Kurz der Funke springt, wenn für sie Wesentliches zur Sprache kommt. Dieser immersive Deutschunterricht ist ertragreich, weil er aus den vorhandenen Ressourcen der jungen Leute schöpft.

Dieses Beispiel einer Kombination Realien/Deutsch ist eine von vielen Möglichkeiten, um farbige Lerninhalte Schülern schmackhaft zu machen. So bieten auch die handwerklichen und gestalterischen Fächer unzählige Chancen für einen schülerorientierten Unterricht.

Hören wir doch endlich auf, die pädagogischen Kräfte der Lehrerinnen und Lehrer zu verschleudern, indem sie auf öden Äckern etwas anpflanzen sollten. Es wäre schön, wenn in den Diskussionen um wesentliche Bildungsinhalte mehr über die Gemütslage verhaltensauffälliger Jugendlicher und überhaupt über unsere Jugend zu erfahren wäre. Dies sage ich nicht, um alles psychologisch zu deuten, sondern aus Respekt vor den jungen Menschen. Ich glaube aus den Worten von Herrn Largo herauszuhören, dass er dieses Suchen nach den Ressourcen und das Fördern individueller Anlagen als zentrale Aufgabe einer kindergerechten Pädagogik ansieht. Dafür möchte ich ihm danken.

Klassengrössen müssen für die Integration angepasst, die Lehrpläne flexibler gestaltet und den Lehrkräften der Rücken gestärkt werden, wenn sie bereit sind, sich Zeit und Energie für verhaltensauffällige Jugendliche zu nehmen. Es wäre aber bedauerlich, wenn weiterhin so getan wird, als seien diese guten Rahmenbedingungen bereits vorhanden. Vielmehr dürfte es die Ausnahme sein, wenn wirklich alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unterricht mit verhaltensauffälligen Schülern stimmen. Die Baustellen und Notmassnahmen an unseren Schulen - sei es bei den Lehrmitteln, den widersprüchlichen Zielsetzungen des Lehrplans oder dem belastenden Personalmangel- halten uns Lehrkräfte ganz schön auf Trab.

Was ist nun aber konkret zu tun? Ich glaube, die Schwachstellen unseres Schulsystems, welche das integrative Modell gefährden, sind ohne Schuldzuweisungen in aller Offenheit beim Namen zu nennen. Nur wenn uns allen bewusst wird, welche Hindernisse noch weggeräumt werden müssen, kommen wir einen Schritt weiter. Bis es soweit ist, lohnt es sich vom Gaspedal zu gehen und nur Schritte zu wagen, die auch für die Lehrpersonen verkraftbar sind.

Herkunft: ZH

FACHNina Offline

**
Beiträge: 27

12.09.2009 22:06
#4 RE: Nach Verbindendem suchen... antworten


Integrative Schulung ist ein Wagnis und erfordert Mut.

Es braucht neben den genannten Bedingungen eine zustimmende Haltung aller Beteiligten, Anerkennung von Vielfalt, ein grosses Methodenrepertoir, sehr viel pädagogisches Geschick, Team-und Kooperationsfähigkeit, vielleicht sogar eine spezielle Begabung.
Es gibt LPs, die betrachten eine solche Aufgabe als spannende Herausforderung. Für andere stellt diese schlicht eine Zumutung dar.

Eine Garantie für ein Gelingen gibt es nicht. Selbst wenn alle Voraussetzungen stimmen, besteht lediglich eine Chance, dass es funktionieren könnte.

Die ideale IS-Lehrerpersönlichkeit ist von Natur aus neugierig, äusserst belastbar und sie liebt das ungewisse Unvorhersehbare ( Vielleicht trifft dies auf mich zu, aber kann man das von allen verlangen?).

Wie dem auch sei, ich bin inzwischen ebenfalls zu der Ueberzeugung gelangt, dass wir einiges riskieren, wenn wir zu viel Gas geben. Unter Umständen müssen wir am Ende alles über Bord werfen. Im Kanton Aargau haben wir diese Erfahrung bereits machen müssen mit dem sogenannten Bildungskleeblatt, welches das Volk den Bach runter geschickt hat.- IS wird nun aber trotzdem eingeführt. Darüber dürfen wir ja nicht abstimmen.( Viele fragen sich wie das nun gehen soll. Ohne Sozialindex wird es uns an Ressourcen mangeln.)

Dass es Verbindendes aber auch Trennendes gibt zwischen den Menschen war glaub ich schon immer so, und das wird vermutlich auch immer so bleiben. Ich mach mir da keine Illusionen. Die neunte Sinfonie Beethovens ist zwar auch mein Ideal, aber ich kann es mir nicht vorstellen, von morgens bis abends in vereinter Brüderlichkeit mit allen Menschen HALLELUJA zu singen. Das verlangt ja auch niemand.

Dennoch glaube ich wäre es hilfreich, wenn wir zunächst einmal nach dem Verbindenden suchen würden. Integrationskritiker richten ihr Augenmerk ja immer erst auf das Trennende.
Mit dem Trennenden können wir aber erst umgehen, wenn wir das Verbindende kennen. Erst dann werden wir konfliktfähig.
Da müsste aber, meine ich, schon die ganze Gesellschaft mitmachen. Die Schule kann das nicht allein.

Ich denke an spezielle Anlässe, wo die verschiedensten Menschengruppen einander begegnen könnten. So könnte man die Bevölkerung sensibilisieren. Information allein bewirkt zu wenig.

An sich ist es ja nicht die Verschiedenheit zwischen den einzelnen Individuen, die es uns so schwer macht. Es ist die Wertigkeit, die mit dieser Verschiedenheit einher geht. Sie verursacht Stress und sorgt für soziale Ungerechtigkeit. Dort müssten wir ansetzen.
Schliesslich sind die Integrationsprobleme in der Gesellschaft entstanden und nicht in der Schule!
Aber die Schule kriegt wieder mal den schwarzen Peter und muss alles ausbaden.

Mein Vorschlag wäre nach all diesen Überlegungen, dass man vorläufig auf mehreren Schienen fahren sollte, IS und Sonderschulung als gleichwertige Angebote, beides mit Integrationsanspruch, nicht zu langsam aber auch nicht zu schnell.

Nina aus dem Aargau

elt ms sonderschule Offline


Beiträge: 5

29.09.2009 23:57
#5 RE: Gelingensbedingungen - eine Lanze für Sonderschulen und Heime antworten


Ich finde es gut, dass es Sonderschulen und Heime gibt!
Warum haben denn die Sonderschulen und Heime Schwierigkeiten gutes Personal zu finden? (ausser die Deutschen,die arbeiten gerne mit behinderten Menschen. Auch, dass das Personal gut aus- und weitergebildet wird.
Wir müssen schauen, dass die Sonderschulen und Heime gestärkt werden!
Oder im Dorf integriert sind und nicht irgendwo weg vom Dorf!

Herkunft: ?

AZstirner Offline


Beiträge: 4

02.10.2009 14:48
#6 Integration geht nur bei vorhandener Beziehung und Fähigkeit zur Förderung der Solidarität antworten


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine integrative Schulform erfolgreich werden zu lassen, mit einer oder mehreren Lehrkräften (zuviele sollten es pro Kind aber nicht sein!). Grundlage dafür ist aber die Möglichkeit, dass der oder die Lehrperson(en) Beziehung zum einzelnen Kind wie auch zur ganzen Klasse aufnehmen und pflegen kann. Unter den geplanten und aktuellen Bedingungen absolut illusorisch.

Die aktuelle Ausbildung in der PHZH beinhaltet auch nicht die Ausbildung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Beziehungsbereich. Eine solche müsste eine Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Einstellungen beinhalten, um unabhängig von Vorurteilen auf das einzelne Kind eingehen zu können. Ohne Förderung der Solidarität unter den Kindern (und auch der Lehrerin/ dem Lehrer!) wird dies aber nicht nachhaltig gelingen. Davon sind wir weit entfernt. Würde wirklich das Kind in den Mittelpunkt gestellt, so könnte man weder "kostenneutral" noch mit Sparzielen oder -wünschen vorgehen, sondern es benötigte umfassende Investitionen und vor allem eine grundlegend anders ausgerichtete Ausbildung der Lehrer. Im Zentrum dürfte nicht mehr das Fachliche und Didaktische stehen, sondern die Beziehungsbildung und ein Verständnis über das Werden und Funktionieren des menschlichen Gehirns; was es braucht, um Nervenverbindungen auszubilden und sie zu halten, also zu lernen.

Herkunft: ZH

FACHNina Offline

**
Beiträge: 27

06.10.2009 11:10
#7 Oeffentlichkeitsarbeit antworten


Für ein gutes Gelingen brauche es Oeffentlichkeitsarbeit, heisst es.

Hier noch etwas aus mütterlicher Perspektive hinsichtlich der Art und Weise wie die Bevölkerung informiert wird:

Es werden ständig Evaluationsergebnisse und abstrakte wissenschaftliche Forschungsberichte zitiert von Seiten der Bildungstechnokraten. Bei vielen Eltern kommt das offensichtlich nicht gut an. Es entsteht der Eindruck, ihr Kind gerate in eine Institution hinein, wo es von kühlen Bildungsexperten eingestuft, bearbeitet und getestet werde, um anschliessend als Produkt mit irgend einem Stempel auf den Markt geworfen zu werden.

Wenn ich einen Schuh kaufe, achte ich sehr gerne auf wissenschaftliche Testergebnisse über die Beschaffenheit des Leders, Wasserundurchlässigkeit usw... Wenn es jedoch um meine Kinder geht, kommen ganz andere Wertvorstellungen ins Spiel.

In der letzten Ausgabe der NZZ am Sonntag ist dazu ein interessanter Essay "Schule in der Sackgasse" erschienen.

Herkunft: AG

admin Offline

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Beiträge: 157

09.11.2009 13:47
#8 Verzicht von Remo Largo auf eine Weiterführung seiner Zusammenarbeit antworten

Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass das Forum nicht dazu dient, eine Erneuerung der Schule mit Wohlwollen zu unterstützen, sondern eine solche zu blockieren und zu verhindern.

Diejenigen, die eine Erneuerung wollen, suchen neue Wege. Diejenige, die sie nicht wollen, suchen Gründe dagegen und Ausflüchte. Dazu will ich keinen Beitrag leisten und verabschiede mich ab sofort aus dem Forum.

Remo Largo

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Herr Largo hat uns gebeten, seinen Verzicht auf weitere Zusammenarbeit im Forum zu publizieren.
Wir bedauern seinen Entscheid ausserordentlich.

der Administrator
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Aus einem Versehen wurde der letzte Newsletter Nummer 14 mit öffentlichen Mailadressen versandt. Dadurch war es nun möglich, dass die Antwort von Herrn Remo Largo ans Moderatorenteam in "alle Welt" versandt wurde, auch wenn als Adressat eigentlich nur das Moderatorenteam gemeint war.

Für dieses Versehen möchte ich mich entschuldigen.
Kurtheiri Kubli

FACHNina Offline

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Beiträge: 27

11.11.2009 19:00
#9 RE: Verzicht von Remo Largo auf eine Weiterführung seiner Zusammenarbeit antworten

NEIN! So ein Jammer!
Sorry, für meine Emotionen, aber diese Nachricht betrübt mich wirklich sehr!
Ich werde Herrn Largos befürwortende , mutmachende Beiträge sehr vermissen.
Habe ich doch all seine Bücher mit grosser Begeisterung gelesen. Sie waren mir eine wertvolle Stütze bei der Erziehungsbegleitung meiner eigenen Kinder.
Ich finde ja eigentlich auch, dass die Schule sich ändern muss, kindgerechter werden muss. Unbedingt!
Hoffentlich habe ich mit meinen kritischen Bemerkungen nicht auch zu diesem Austrittsentscheid von Herrn Largo beigetragen.
Ständig sprechen wir Lehrpersonen davon, dass wir konstruktiv, ressourcen- und förderorientiert arbeiten wollen, viele wollen die Schule erneuern, haben aber auch Angst davor, dass zu viel aufs Mal verlangt wird und dass vor lauter Veränderungen am Schluss überhaupt nichts mehr klappt.

Nina aus dem Aargau

Sekorbit

12.11.2009 00:16
#10 RE: Verzicht von Remo Largo auf eine Weiterführung seiner Zusammenarbeit antworten

Der Verzicht von Remo Largo an der Diskussion teilzunehmen überzeugt mich wenig, er irritiert mich mehr. Die Beiträge aus der Praxis wenden sich vorwiegend nicht gegen Integration, sondern sie zeigen Grenzen der Machbarkeit unter den gegebenen Umständen auf. Herr Largo, das finde ich ausgesprochen verantwortungsvoll und ich erwarte dies sogar von Lehrpersonen! Es geht nicht an, Kinder zum Versuchsobjekt zu degradieren um dann festzustellen, dass für ein erfolgreiches Integrieren in Zukunft dieses oder jenes besser zu machen sei. Jedes Kind besucht die Schule nur ein Mal. Kritische Beiträge bezüglich einer erfolgreichen Umsetzung müssten Herrn Largo eigentlich froh stimmen. Eine schrittweise und erfolgreiche Integration käme seinen Intentionen sehr entgegen. Für mich hat der Lack Kratzspuren erhalten. Ich bin echt enttäuscht.

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            12.08.2010 10:19       Newsletter bestellen
     
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